
Eben erschienen: 15. Feber 2018.

Eben erschienen: 15. Feber 2018.

Wer hat den Senf erfunden? Das ist kein guter Anfang für einen Roman. Andererseits: Es kann keinen guten Anfang geben, weil es, ob gut oder weniger gut, gar keinen Anfang gibt. Denn jeder denkbare erste Satz ist bereits ein Ende – auch wenn es danach weitergeht.

Thomas Stangls neuer Roman. Eine Rezension.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl, quasi achtlos an der Wiege eines Romans gestanden zu haben. Genauer gesagt, verbrachte der Rezensent 2014 eine Woche mit etlichen Germanisten und dem österr. Autor Thomas Stangl (* 1966) auf einer Tagung zum postkolonialen Roman in Togo – und prompt erscheint jetzt Stangls neuer Roman, betitelt Fremde Verwandtschaften, der auf einer Konferenz in Westafrika spielt.

Unter Uns (2009): “Ein Projekt von ‘Linz 09-Kulturhauptstadt Europas’. Der Putz des in der NS-Zeit errichteten Bauwerks am Linzer Hauptplatz wird entfernt. Die sog. Brückenkopfgebäude waren Teil von Hitlers Plänen, Linz neu zu errichten. Installation DER BAU, Idee und Konzept: HiTO STEYERL, mit Sebastian Markt (Historiker), Gabu Heindl (Architektin).” Heute wohl wieder voll aktuell?
Quelle: de.wikipedia.org

“Jähren sich Todestage berühmter Persönlichkeiten, steht die Frage im Raum: Wie wandelt man auf dem schmalen Grat zwischen Würdigung & Morbidität (…)? Von einem Jubiläum zu sprechen, hinterlässt zweifelsohne bitteren Beigeschmack. Hätte Falco vergangenes Jahr am 19. Februar noch seinen 60er zelebriert, gibt sein 20. Todestag am 6. Februar wohl kaum Grund zum Feiern. Gerade dieses Datum ist für Österreich gleich doppelt tragisch: Auch Gustav Klimts Ableben jährt sich an diesem Tag – zum 100. Mal. Ein Zufall? Selbstverständlich. Aber die Tatsache, dass zwei derart prägende Künstler sich dieses Datum teilen, kurbelt die Fantasie an: Lässt sich nicht vielleicht doch die eine oder andere Gemeinsamkeit konstruieren?”
>>Text & Illu (c) WiENER ZTG, 2018

“Sein bis zum Tod im Alter von 35 Jahren hinausgeballertes Werk wird zunehmend im Kontext eines Gesamtkunstwerkschaffens gesehen.” >>Volltext (c) STANDARD, 2018
Im kollektiven Gedächtnis ist der Künstler Günter Brus eher als “wilder Hund” eingefächert. Man mag an seine Teilnahme an der Aktion Kunst und Revolution (1968) in einem Hörsaal der Universität Wien denken, bei der die Wiener Aktionisten auch mit Exkrement hantierten. Oder an die verausgabungsvolle Performance Zerreißprobe (1970), bei der Brus zunächst Urin in eine per Rasierklinge geöffnete Wunde goss und später mutwillig ausrutschte und hinknallte, sich blutend und leidend am Boden wand. >>Volltext (c) STANDARD, 2018

Heute vor 100 Jahren meuterten die Matrosen im zweiten k.u.k. Kriegshafen, dem heutigen Kotor (Montenegro). Es war zwar nicht der Panzerkreuzer Potemkin, aber “[d]as Beispiel der Revolte russischer Matrosen in der Ostseefestung Kronstadt (Oktober/November 1917) und deren Auswirkung auf die Machtübernahmen durch die Bolschewiki konnte ebenso wenig verdrängt werden wie die revolutionären Vorgänge in deutschen Häfen.” Die Meuterei scheiterte, schrieb aber später Literaturgeschichte, mit dem gleichnamigen Agitprop-Drama von Friedrich Wolf in der Weimarer Republik. >>Volltext & Bild (c) WiENER ZEiTUNG, 2018